Regional Mestre Bimba
Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgt der grosse Sprung nach vorn in der Geschichte des Capoeira. Unzufrieden mit den Vorurteilen und der Randexistenz, von denen die brasilianische Kampf-Kunst damals umgeben war, entschliesst sich der Bahianer, bekannt unter dem Pseudonym „Mestre Bimba“ (1900 – 1974) eine Variante des traditionellen Capoeira zu schaffen, die er dann “Luta regional Baiana“ nannte – oder kurz “Capoeira Regional“.
Mestre Bimba war besorgt um die kämpferische Effizienz des Capoeira, die, wie er meinte, sich langsam durch den Touristentrubel zu verlieren begann. Denn der grösste Teil der Capoeiristas von Salvador präsentierten sich zu jener Zeit vor Touristengruppen, was zur Folge hatte, dass der Capoeira sich in eine Art von akrobatischer Show verwandelte und sich damit weit von seiner ursprünglichen Bestimmung als Kampfsport entfernte. Deshalb entschliesst sich Bimba, der schon in den 30er Jahren im gesamten brasilianischen Nordosten als Kämpfer im Ring bekannt und beliebt war, eine Capoeira-Methode zu kreieren, die einerseits die kämpferische Seite des Befreiungskampfes der Sklaven hervorheben sollte, um andererseits verschiedene Techniken anderer Kampfsportarten, wie zum Beispiel des Jiu-Jitsu und des Boxens, zu integrieren. So wurde der Capoeira des Mestre Bimba, unter Bewahrung der traditionellen Capoeira-Bewegungen und antiken Rituale, zu einem aggressiveren, weniger akrobatischen Kampf – mit höher angesetzten und schnelleren Trittfolgen. Das Training beinhaltete Kombinationen von Tritten mit Schlägen der Hände und Ellbogen. Das Fallen – durch Verlieren des Gleichgewichts oder aus Absicht – hatte eine besondere Bedeutung im Capoeira Regional.
Die Innovationen des bahianischen Capoeira begnügten sich nicht nur mit dem technischen Aspekt, sondern sie erstreckten sich auch auf den pädagogischen Bereich.
Mit anderen Worten: Mestre Bimba spürte, dass es notwendig wurde, den Unterricht des Capoeira zu systematisieren, denn bisher hatte er seine Schüler lediglich ganz informell in Gruppen im Freien unterwiesen. Also schuf er eine Lehr-Methodik, die aus einem Kurs in “Capoeira Regional“ bestand, erweitert werden konnte durch “Spezialisierende Kurse“ – “Angriffs-und Wurf-Techniken“ – “Lehr-Sequenzen“ (acht Sequenzen von Schlägen und Gegenschlägen, die paarweise praktiziert werden, zum Erlernen der Grundbewegungen des Capoeira).
Mestre Bimba ist am 05. Februar 1974 in Goiânia-GO gestorben. Er ist allen Capoeiristas ein Vorbild einer starken Persönlichkeit und Karisma, welche die Capoeira nach oben gebracht hat und er hat viele Schüler hinterlassen, welche seine Arbeit bis heute fortführen.
Axe Mestre Bimba!
Quelle:Brasilienportal